Umzug auf den neuen Standort

Nach längerer Vorbereitung war es nun soweit, die Völker konnten auf den neuen Standort gebracht werden. Das Wetter war jetzt nicht so toll aber hierfür war es ausreichend. Nach einer Stunde war es geschafft.

Ursprünglich sollten es eigentlich zehn Völker sein aber gestern habe ich festgestellt das ein Ableger nun doch sehr schwach ist. Ich habe diese über ein Abspergitter einem anderen Ableger aufgesetzt. Mal sehen ob das klappt, im Frühjahr werden wir es sehen.

 

Bastelarbeiten

Die Wintermonate eigenen sich hervorragend das vorhanden Beutenmaterial kritisch anzuschauen. Es sind immer Reparaturen notwendig und neue Dinge können angegangen werden.
In meinem Fall habe ich mich zunächst meiner 3er Ablegerböden angenommen. Diese haben für mich nicht funktioniert. Auf der einen Seite habe ich keine vernünftigen Ableger bekommen, was natürlich verschiedene Gründe hatte welche nicht grundsätzlich technischer Natur waren. Grundsätzlich war mir aber der Platz zu klein um vernünftig arbeiten zu können. Deshalb habe ich mich entschieden diese in 2er Ablegerböden umzuarbeiten. Gleichzeitig habe ich auch noch eine kleine Fluglochrosette angebracht um es einfacher für den Transport zu haben. Dazu habe ich noch neue Trennschiede gemacht die beide Räume dicht abtrennen. Ich denke ich werde noch einen dritten Ablegerboden machen, das sollte dann für die nächsten beiden Jahre reichen.

Ein anderes Thema welches ich immer wieder im Kopf habe ist eine Stockwaage. Im vergangenen Jahr habe ich mit einer Kofferwaage gearbeitet. Über das Hebelgesetzt lässt sich dann sehr einfach das Gewicht der Beute bestimmen. Ein erfahrener Imker „lupft“ die Beuten hinten kurz an und  schätzt so die vorhandene Futtermenge ab. Als Anfänger geht das nicht, es fehlt einem das Gefühl dafür.
Lösungen gibt es viele auf dem Markt, von sehr einfach bis Hightech mit UMTS Unterstützung. Für den Anfang reicht mir eine mechanischen Personenwaage und eine Holzkiste und fertig ist die Stockwaage. Dazu verwende ich noch eine kleine Gewichtsapp auf meinem Handy um mir wöchentlich die Daten zuspeichern, dadurch kann ich sofort sehen wie sich das Gewicht entwickelt. Das ganze werde ich auch nur an meinem Bienenstand am Haus einsetzen wobei nur ein Volk gemessen wird. Es ist daher weiter unabdingbar die anderen Völker regelmäßig zu kontrollieren.

Wachsschmelzer

Im vergangenen Jahr war bei meinem Wirtschaftsvolk durch das Varroakonzept und den Drohnenrahmen wachs angefallen. Das einfachste wäre, den Drohnenrahmen ausschneiden und alles wegschmeißen. Da ich aber irgendwann einmal Kerzen machen möchte, soll das Wachs gewonnen werden. Deshalb habe ich mich entschlossen einen Sonnen- bzw. Dampfwachsschmelzer anzuschaffen. Wie immer kann auch hier die frage gestellt werden: Selber bauen oder kaufen? Die Kosten liegen bei 150-200€ für einen Sonnenwachsschmelzer ohne das dieser irgendwie besonders ist.

Wie man bereits auf dem Bild sehen kann, habe ich mich für selber bauen entschieden. Die Größe wurde so gewählt, das ca. 5-6 Rähmchen gleichzeitig ausgeschmolzen werden können. Anfangs dachte ich an einen reinen Sonnenwachsschmelzer, ich habe diesen dann aber zu einem Dampfwachsschmelzer erweiterte. Nach dem ich etwas im i-net geforscht habe, bin ich auf einen sehr günstigen Dampferzeuger gestoßen. Das gerät ist eigentlich für das ablösen von Tapeten vorgesehen, bei einem preis von knapp 30 Euro ein gutes Angebot. Somit kann ich nun auch bei schlechtem Wetter oder im Winter einschmelzen.

Als Dampferzeuger verwende ich den Wagner W 14 Dampf-Tapetenablöser. das ganze dauert ca. eine halbe Stunde und ist schnell auf- und auch wieder abgebaut. Wenn ich den Tank komplett fülle, reicht dieser für über 1 Stunde was bedeutet, es können ca. 12-15 Rähmchen ausgeschmolzen werden. für die Menge an Rähmchen die in den nächsten Jahren auf mich zukommen ist dies ausreichend.

Werkzeugkiste

Was ich am anfang der Imkerei überhaupt nicht im Auge hatte, waren die ganzen Utensilien die ich am Stand benötige. Smoker, Meisel, Handschuhe usw. Ich dachte immer, das trägst du einfach an den Stand, der ist ja direkt am Haus. Trotzdem hatte ich irgendwann keine lust mehr, 3x die Kellertreppe zu nehmen bis alles verfügbar war. Nachdem ich ein wenig durch das i-net gestreift bin, hatte ich viele sehr aufwändige Lösungen gefunden. Alles sehr nett, allerdings oft doch etwas zu viel. Ich habe mich dann selber, für diese doch eher einfache und schlichte Kiste entschieden. Nach einigen wochen im gebrauch muss ich sagen, das es genau das ist was ich benötige.

Einen weiteren Vorteil den ich nun habe, alle Imker untensilien sind  immer sauber aufgeräumt am gleichen Platz. Seither nehme ich nur noch den Imkerschleier vom hacken, schnapp mit die Kiste und los gehts. Ist jetzt nicht die größte Erfindung, aber doch eine Erleichterung und für meine aktuellen ansprüche absolut ausreichend.

fazit 2015

grundsätzlich muss ich sagen, war ich mit dem jahr 2015 im großen und ganzen zufrieden. allerdings habe ich bereits vor dem winter eines meiner wichtigsten ziele verfehlt, da lediglich 4 völker eingewintert wurden. den das ziel war 1 wirtschaftsvolk und 4 ableger zu haben. doch leider habe ich durch die drohnenbrut einen ableger verloren. bei einer so geringen anzahl von völkern, ein verlust von 20% (!). das einzig positive an der aktion war, dadurch konnte ich einem schwachen ableger einige bienen zuführen. sollten ich im frühjahr mit diesen 4 völker an den start gehen, war es auf alle fälle doch noch ein erfolgreiches jahr.

was die technik betrifft, habe ich einiges angeschafft oder selber gebaut. die anschaffungen gingen ins geld über den daumen ca. 700€. für meine planung 2016 kommen nochmal einige kosten auf mich zu (zargen, rähmchen, honigschlueder, hobbok …) darauf werde ich aber gesondert eingehen. einige dinge habe ich selber gemacht und war mit dem ergebnis eigentlich zufrieden. inzwischen habe ich kleinere anpassungen vorgenommen, somit werden die arbeiten etwas leichter von der hand gehen ohne die funktion zu beeinträchtigen.

was das theoretische und auch praktische wissen angeht, bin ich ganz gut vorangekommen. allerdings habe ich zu viele quellen im i-net angeschaut oder gelesen, was viel zeit gekostet hat. inzwischen habe ich diese auf einige wenige seiten reduziert welche zu meiner betriebsweise passen. das hat auch mit dem kurs im lokalen imkerverein zu tun. somit sollte auch dies im kommenden jahr schneller und effektiver sein. was nicht heißt das ich komplett auf schulungen und weiterbildungen verzichten kann. eines der wesentlichen dinge die ich bei den bienen gelernt habe ist, es gibt immer etwas neues und das man sich als imker ständig hinterfragen muss.

abschluss imkerkurs

diese woche war der offiziel letze termin des imker anfängerkurses. ich kann jedem der sich mit diesem thema beschäftigt empfehlen einen solchen kurs zu machen. es gibt zwar sehr viel informationen im i-net oder in büchern welche alle mehr oder weniger gut sind. dies aber zu sortieren und zu entscheiden was wirklich weiter hift, fällt am anfang sehr schwer. durch den kurs bekommt man ein gefühl dafür, was muss wirklich sein und was ist überflüssig.

da man selber nur sehr wenige völker zu betreuen hat (zumindest zu beginn) sind manche tricks und tips zwar gut gemeint, gehen aber über das ziel hinaus. wichtig ist das man irgendwann verstanden hat, welchen bauchladen an werkzeugen man zur verfügung hat und wie diese eingesetzt werden können.

in meinem kurs wurde eine betriebsweise mit zander beuten und rähmchen vermittelt. für ein anderes beutensysteme sieht die arbeitsweise schon wieder ganz anders aus. für meinen teil habe ich zumindest nun ein grundgerüst bzw. ein system gefunden mit dem ich ins kommende bienenjahr gehen kann. ich fühle mich gut gerüstet, wie es allerdings aussieht sollte es zu irgendwelchen extremen kommen, kann ich nicht sagen. ich weis aber das ich zumindest auf das wissen einiger sehr erfahrener profis zurückgreifen kann. zudem werde ich den fortgeschrittenen kurs machen und weitere themen bezogene vorträge in 2016 besuchen.

wie heisst es so schön: frag 3 imker und du erhälst 5 antworten.